Regressforderung der Kfz-Versicherung: Wann zahlen Sie zurück?

Eine Regressforderung bedeutet: Der Versicherer hat für Sie gezahlt, möchte aber das Geld von Ihnen zurück. Wann das passiert, wie hoch der Regress sein kann und welche Möglichkeiten Sie haben.

  • Regress: Versicherer fordert gezahlte Leistungen vom Verursacher zurück
  • Typische Regressgründe: grobe Fahrlässigkeit, Alkohol, unberechtigter Fahrer, Unfallflucht
  • Bei grober Fahrlässigkeit können Kasko- und Haftpflichtversicherung Regress nehmen
  • Rabattschutz schützt vor SF-Hochstufung, aber nicht vor Regress bei schwerem Verschulden
  • Anwalt einschalten, wenn Regressforderung unverhältnismäßig oder unrechtmäßig erscheint

Was ist Regress?

Regress bedeutet Rückgriff: Der Versicherer zahlt zunächst dem Geschädigten, fordert aber anschließend den gezahlten Betrag ganz oder teilweise vom Versicherungsnehmer zurück. Das kommt vor, wenn der Versicherungsnehmer seine vertraglichen Pflichten verletzt hat.

Häufige Regressanlässe

  • Fahren unter Alkohol oder Drogen — schwerwiegender Regressgrund
  • Fahren ohne gültigen Führerschein
  • Fahren durch nicht berechtigte Person
  • Vorsätzliche Schadenherbeiführung
  • Nicht gemeldeter Fahrer im Fahrerkreis
  • Verstoß gegen Auflage (z. B. kein Alleinfahrer vereinbart)

Höhe des Regresses

Bei Obliegenheitsverletzungen oder unberechtigter Nutzung können sich Rückforderungs- oder Regressfolgen aus den gesetzlichen Regeln und dem konkreten Versicherungsvertrag ergeben. Höhe und Voraussetzungen hängen vom Schadenhergang und Einzelfall ab; pauschale Beträge werden hier nicht zugesagt.

Regress bei der Kasko

Bei der Kaskoversicherung gibt es keine gesetzliche Regressbegrenzung. Wenn Sie grob fahrlässig gehandelt haben und Ihr Tarif keinen Grob-Fahrlässigkeits-Verzicht enthält, kann die Kasko-Leistung vollständig verweigert oder anteilig gekürzt werden.

Was tun bei einer Regressforderung?

  • Regressforderung nicht einfach akzeptieren — prüfen lassen
  • Anwalt für Versicherungsrecht einschalten
  • Berechnung und Höhe anfechten, wenn Ansatz falsch
  • Zahlungsaufschub verhandeln, wenn Zahlung notwendig

Wie Sie sich vor Regressforderungen schützen

Vorbeugung ist der beste Schutz: Fahren Sie niemals unter Alkohol- oder Drogeneinfluss, lassen Sie keine Fahrten ohne Führerschein zu und stellen Sie sicher, dass alle regelmäßigen Fahrer Ihres Fahrzeugs im Vertrag als erlaubte Fahrer eingetragen sind. Wählen Sie einen Tarif mit Verzicht auf Innenregress bei grober Fahrlässigkeit — viele moderne Tarife bieten das an. Mit dieser Klausel schützen Sie sich vor Regressforderungen bei Fahrlässigkeit unterhalb der Vorsatzschwelle. Im Schadensfall gilt: Kooperieren Sie mit der Versicherung, melden Sie alle relevanten Informationen wahrheitsgemäß und machen Sie keine Angaben, die Ihre Position verschlechtern könnten.

Regressforderung prüfen: Was Sie rechtlich entgegnen können

Wenn Ihr Versicherer eine Regressforderung stellt, haben Sie das Recht, diese auf ihre Rechtmäßigkeit zu prüfen. Fordern Sie eine detaillierte Aufstellung der regulierten Schäden und prüfen Sie, ob die behauptete Obliegenheitsverletzung tatsächlich vorlag und kausal für den Schaden war. Ohne Kausalität ist ein vollständiger Regress rechtlich anfechtbar. Ein Fachanwalt für Versicherungsrecht kann die Regressforderung auf ihre Grundlage prüfen und bei überhöhten Forderungen Widerspruch einlegen.