Was tun nach einem Unfall: Die Sofort-Checkliste für den Schadenfall
Ein Unfall ist eine Stresssituation — die richtigen Schritte müssen trotzdem eingehalten werden. Diese Checkliste zeigt Schritt für Schritt, was nach einem Unfall zu tun ist, um den Schaden optimal zu regulieren.
- Unfallstelle sichern: Warnblinker, Warndreieck aufstellen und Verletzungen versorgen
- Polizei rufen: Pflicht bei Personenschäden, empfehlenswert bei hohen Sachschäden
- Europäischen Unfallbericht ausfüllen und von allen Beteiligten unterschreiben lassen
- Fotos machen: Fahrzeuge, Kennzeichen, Unfallstelle und Schäden dokumentieren
- Versicherung unverzüglich benachrichtigen — Angaben zu Unfallhergang vollständig machen
Sofortmaßnahmen: Die ersten Minuten
- Fahrzeug sichern: Motor aus, Warnblinkanlage an
- Warnweste anlegen — für alle Beteiligten
- Warndreieck aufstellen: mindestens 50 m (Innerorts) oder 100 m (Außerorts) vor der Unfallstelle
- Verletzte versorgen: Erste Hilfe, wenn nötig 112 rufen
- Polizei rufen (110): Bei Personenschäden Pflicht, bei Sachschäden ratsam
- Fahrbahn für andere Fahrzeuge freimachen, wenn möglich
Dokumentation: Was Sie aufnehmen müssen
- Fotos von allen Schäden, Positionen, Bremsspuren, Verkehrszeichen
- Kennzeichen aller beteiligten Fahrzeuge
- Name, Adresse, Telefon des Unfallgegners
- Versicherung und Versicherungsnummer des Unfallgegners
- Namen und Adressen aller Zeugen
- Uhrzeit, genaue Örtlichkeit (GPS oder Straßenname)
Europäischer Unfallbericht
Der Europäische Unfallbericht (auch Unfallprotokoll) ist ein standardisiertes Formular zur gemeinsamen Dokumentation des Unfalls. Füllen Sie ihn gemeinsam mit dem Unfallgegner aus und lassen Sie ihn von beiden Seiten unterschreiben. Dieses Dokument erleichtert die Regulierung erheblich.
Nach dem Unfall: Versicherung informieren
Melden Sie den Schaden unverzüglich — maximal innerhalb einer Woche — bei Ihrer Versicherung. Auch wenn Sie nicht der Verursacher sind, sollten Sie Ihre eigene Versicherung informieren. Diese kann Sie beraten und gegebenenfalls als Rechtsbeistand auftreten.
Fehler, die Sie vermeiden sollten
- Schuld eingestehen ohne vollständige Kenntnis der Umstände
- Vergleich anbieten oder akzeptieren ohne Gutachten
- Fahrzeug vor der Besichtigung durch den Versicherer reparieren lassen
- Unfallort verlassen (Fahrerflucht ist eine Straftat)
- Mündliche Aussagen ohne schriftliche Dokumentation machen
Elektronische Notfall-Tools: Apps und Hilfen für den Ernstfall
Bereiten Sie sich auf einen Unfall digital vor: Laden Sie die App Ihres Kfz-Versicherers vor und speichern Sie die Notfall-Hotline als Kontakt. Der Europäische Unfallbericht steht auch als App zur Verfügung (z.B. des GDV) — diese erleichtert die Dateneingabe direkt an der Unfallstelle. Halten Sie Ihr Smartphone geladen und mit Mobilfunknetz ausgestattet. Im Ausland: Roaming aktiviert, lokale Notrufnummern gespeichert. Eine digitale Kopie Ihrer Versicherungspolice in der Cloud stellt sicher, dass Sie auch ohne Papier alle relevanten Informationen parat haben.